Vergangene Grußworte

2020/6/11

Zum Beginn des Jahres 2019 möchte ich Sie ganz herzlich begrüßen.

Seit meinem Dienstantritt im Juli 2018 habe ich mich aktiv darum bemüht, mich mit der gegenwärtigen Lage in den vier Bundesländern im Zuständigkeitsbereich des hiesigen Generalkonsulats – Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen – vertraut zu machen. Dafür besuchte ich, wann immer es mir möglich war, nicht nur die Landeshauptstädte, sondern auch die Partnerstädte und Regionen mit einer engen Bindung an Japan und ebenso die Deutsch-Japanischen Gesellschaften. Wenn man die Zeit des Honorargeneralkonsuls im späten 19. Jahrhundert mitbedenkt, so besteht das Verhältnis zwischen Japan und Norddeutschland bereits seit fast 140 Jahren. Es ist ein besonders tiefes und weit verzweigtes Verhältnis. In Norddeutschland leben dementsprechend auch zahlreiche und auf unterschiedlichen Feldern aktive Japanerinnen und Japaner. Sie alle zu besuchen, ist nicht etwas, das sich innerhalb eines halben Jahres bewerkstelligen ließe. Daher möchte ich auch in diesem Jahr meine Besuche in alle Richtungen fortsetzen.

Auch im vergangenen Jahr waren bezüglich des Verhältnisses zwischen Japan und Norddeutschland auf unterschiedlichen Ebenen erfreuliche Entwicklungen zu beobachten. Beispielsweise wurden auf kultureller Ebene anlässlich des 100. Jubiläums der Erstaufführung von Beethovens 9. Sinfonie in Japan über das Jahr verteilt sowohl in Japan als auch in Deutschland unter dem Namen „DAIKU 2018“ (DAIKU ist eine japanische Abkürzung für die 9. Sinfonie) an verschiedenen Orten Gedenkkonzerte und -veranstaltungen durchgeführt. Die Erstaufführung im Jahr 1918 durch deutsche Soldaten fand im damaligen Gefangenenlager Bando statt, das sich in der zur Präfektur Tokushima gehörenden Stadt Naruto befand. Aufgrund der bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Naruto und Lüneburg und der Länderpartnerschaft zwischen der Präfektur Tokushima und Niedersachsen war der persönliche Austausch anlässlich des Jubiläums zwischen diesen Orten besonders lebhaft. Ohne Weiteres möchte ich hinzufügen, dass die Beziehungen aller bestehenden Städte- und Landespartnerschaften in den vier Bundesländern weiter sehr aktiv geblieben sind.

Auf wirtschaftlicher Ebene wurde ein konkreter Schritt im Bereich der erneuerbaren Energien gemacht, die eine bedeutende Tendenz der Kooperation zwischen Japan und Norddeutschland darstellen. So unterzeichneten Kobe und Hamburg im März 2018 eine gemeinsame Absichtserklärung über die Intensivierung der Zusammenarbeit der beiden Städte im Bereich der Energie- und Umweltpolitik. Im April folgte die gemeinsame Erklärung für eine nachhaltige Stadt durch die beiden Städte Odawara und Osnabrück. Im September unterzeichneten die Energy Agency Fukushima (EAF) und der Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) ein gemeinsames Memorandum of Understanding über eine enge Kooperation im Bereich der erneuerbaren Energien.

In diesem Jahr nun stehen in Japan zahlreiche große Veranstaltungen an. Seine Majestät der Kaiser, der in diesem Januar das 30. Jubiläum der Heisei-Zeit begeht, wird am 30. April abdanken. Seine Hoheit der Kronprinz wird am darauffolgenden Tag, dem 1. Mai 2019, den Thron besteigen. Weiterhin wird Ende Juni das G20-Gipfeltreffen in Osaka stattfinden und über das Jahr verteilt werden damit verbundene Ministertreffen an verschiedenen Orten in Japan abgehalten. Darüber hinaus findet vom September bis zum November die Rugby-Weltmeisterschaft 2019 an verschiedenen Orten in Japan statt.

Hinsichtlich der Beziehungen zwischen Japan und Norddeutschland sei erwähnt, dass Osaka und Hamburg in diesem Jahr das 30. Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft feiern. Ich hoffe, dass das Jubiläum zu einem Anlass für eine noch tiefere freundschaftliche und kooperative Beziehung zwischen beiden Städten wird.

Seit die von Japan als Zeichen der Freundschaft geschenkten Kirschbäume am Ufer der Außenalster gepflanzt wurden, sind inzwischen 51 Jahre vergangen. Das Kirschblütenfeuerwerk Ende Mai ist in Hamburg schon zu einem Teil der einheimischen Jahresveranstaltungen geworden. Vom 1. bis zum 5. Juni 2019 findet in Hamburg zudem die Rotary International Convention statt. Ich hoffe, dass auch die Rotarier aus aller Welt sich an der Schönheit der Kirschbäume erfreuen werden.

An dieser Stelle sei außerdem darauf hingewiesen, dass das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU (Japan-EU Economic Partnership Agreement) am 1. Februar in Kraft treten wird. Es versteht sich von selbst, dass das Freihandelsabkommen auch den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Norddeutschland einen zusätzlichen Impuls verleihen wird.

Das Japanische Generalkonsulat in Hamburg wird in diesem Jahr nach wie vor danach streben, die Sicherheit der in den vier norddeutschen Bundesländern lebenden Japanerinnen und Japaner zu gewährleisten. Zugleich sind wir, wenn es nötig ist, selbstverständlich auch bereit, bei den weiteren Geschäftsentwicklungen der japanischen Firmen behilflich zu sein. Darüber hinaus ist es unser Wunsch, unseren deutschen Freunden in Norddeutschland ein aktuelles und lebhaftes Bild des heutigen Japan zu vermitteln.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass dieses Jahr ein gutes Jahr für Sie wird.
Hamburg, im Januar 2019

Kikuko KATO
 Generalkonsulin von Japan in Hamburg

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Japanfreunde und Besucher dieser Homepage,

erlauben Sie mir, mich auf diesem Wege Ihnen vorzustellen. Mein Name ist Kikuko Kato und ich habe meinen
Dienst als Generalkonsulin von Japan in Hamburg im Juli angetreten. Ich freue mich von Herzen auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen allen in den kommenden Jahren meiner Amtszeit hier in Hamburg.

Hamburg war meine erste Dienststelle im Ausland. Es ist ein Ort voller Erinnerungen, an dem ich die Jahre 1988 bis 1990 verbrachte. Ich empfinde es als große Ehre, nach 28 Jahren wieder an diesem Ort meinen Dienst anzutreten.

Der Amtsbereich unseres Generalkonsulates umfasst die vier Bundesländer Hamburg, Niedersachsen, Schleswig -Holstein und Bremen. Mit Hamburg als traditioneller Hafenstadt als Zentrum, ist dies eine Region mit tiefer Verbindung zu Japan schon seit langer Zeit. So wurde das Generalkonsulat bereits vor 108 Jahren, in der Meiji –Ära, im Jahre 1910 in Hamburg eingerichtet. Bis zum heutigen Tage gab es zwar einige Jahre, in denen das Generalkonsulat zeitweilig geschlossen war und in jüngerer Zeit zum Konsulat wurde, 2016 jedoch eröffnete es erneut als Generalkonsulat. Dies zeigt, dass eine enge Verbindung zwischen Japan und diesen vier Bundesländern in verschiedenen Bereichen wie der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur seit langem existiert. Auch heute sind in diesen vier Bundesländern über 120 japanische Firmen ansässig und über 5000 Japanerinnen und Japaner leben hier.

Die Gesellschaft verändert sich mit den Anforderungen der jeweiligen Zeit. So gab es in den 28 Jahren, seit ich meinen Dienst das vorherige Mal an diesem Ort beendete, große Veränderungen wie die Wiedervereinigung Deutschlands und die Erweiterung der EU. Zudem wurde in Hamburg der Internationale Seegerichtshof eingerichtet, der sich die friedliche Lösung der Streitigkeiten auf Grundlage der United Nations Convention on the Law of the Sea zum Ziel gesetzt hat und diesbezüglich Erfolge zu verzeichnen hat. So ändern sich die Zeiten, doch zu jeder Zeit bleiben die Aufgaben des Generalkonsulats unverändert: Neben dem Konsular-Service für die hier ansässigen Japanerinnen und Japaner sowie denjenigen, die nach Japan reisen, spielt das Generalkonsulat eine wichtige Rolle bei der Vertiefung der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Japan und Deutschland. Diesen Aufgaben will ich mich als Generalkonsulin mit aller Kraft widmen.

In dieser Region existieren, angeführt von den Deutsch-Japanischen Vereinen, eine Vielzahl an bilateralen Freundschaftsorganisationen und Gruppen zwischen Japan und Deutschland und es ist auch den unablässigen Bemühungen der Mitglieder solcher Organisationen zu verdanken, dass sich zwischen den verschiedenen Orten in Norddeutschland und Japan traditionelle tiefe Freundschaftsbeziehungen entwickelt haben. Insbesondere jährt sich dieses Jahr die Esrtaufführung von Beethovens 9. Sinfonie durch deutsche Gefangene im Gefangenenlager Bando in der Präfektur Tokushima in Japan zum hundertsten Male. Dazu finden an verschiedenen Orten in Japan und Deutschland Konzerte mit Aufführung dieser 9. Sinfonie aus Anlass dieses hundertjährigen Jubiläums statt. Zwischen der Präfektur Tokushima und dem Bundesland Niedersachsen bestehen Freundschaftsbeziehungen und zwischen den Städten Naruto, wo die Erstaufführung der 9. Sinfonie in Japan stattfand, und Lüneburg besteht eine Städtepartnerschaft, weshalb man von einer besonderen Bedeutung des „DAIKU 2018“ (DAIKU ist eine Japanische Abkürzung für die 9. Sinfonie) für diese Regionen sprechen kann.

Fortan werden wir, das Japanische Generalkonsulat, auch weiterhin mit Ihrer werten Unterstützung eine korrekte Darstellung des gegenwärtigen Japans übermitteln, entsprechende Informationen zur Verfügung stellen und uns der weiteren Vertiefung unserer traditionellen Freundschaft und Zusammenarbeit mit der hiesigen deutschen Gesellschaft aktiv widmen.

Ich bitte Sie von Herzen um gute Zusammenarbeit.

 
Hamburg, im Juli 2018

Kikuko KATO
Generalkonsulin von Japan in Hamburg