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Presse und Publikationen


PRESSEMITTEILUNG
Freigegeben zur Veröffentlichung ab dem 3. November 2010

Am 3. November 2010 wurde
Frau Heide Simonis
Ministerpräsidentin a.D. des Landes Schleswig-Holstein
von Seiner Majestät Kaiser Akihito
The Order of the Rising Sun, Gold Rays with Neck Ribbon
verliehen.

Diese hohe Auszeichnung ist ein Zeichen der Wertschätzung für die verdienstvolle Arbeit, die Frau Simonis zur Förderung der freundschaftlichen Beziehungen und des gegenseitigen Verständnisses zwischen Japan und der Bundesrepublik Deutschland leistete.

Die 1943 in Bonn geborene diplomierte Volkswirtin begann ihre politische Laufbahn als Mitglied der Kieler Ratsversammlung, Von 1976 bis 1988 wurde sie in den Deutschen Bundestag gewählt. 1992 bis 2005 war sie Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein. 1988 übernahm sie in Schleswig-Holstein das Amt der Finanzministerin, 1993 wurde sie Stellvertretende Ministerpräsidentin. Von 1993 bis 2005 leitete sie die Geschicke des Landes Schleswig-Holstein als erste Ministerpräsidentin.

Ihr großes Interesse an Japan erwachte früh. Zusammen mit ihrem Ehemann Professor Dr. Udo E. Simonis ging sie von 1970 bis 1972 nach Tokyo, wo sie als Lektorin und als Marketing Researcher für Triumph International tätig war.

Im Rahmen einer Asienreise plante die damalige Ministerpräsidentin einen Besuch in der japanischen Präfektur Hyogo, die als für Schleswig-Holstein interessanter Wirtschaftspartner galt. Am 17. Januar 1995 suchte ein verheerendes Erdbeben Kobe und die südlichen Teile von Hyogo heim. Um in dieser Situation "nicht zur Last zu fallen", überlegte die Ministerpräsidentin, ihren Besuch in Kobe zu stornieren. Als aber deutlich wurde, dass ihr Aufenthalt als Zeichen der Solidarität gewertet würde, hielt sie an den Reiseplänen fest und rief in Schleswig-Holstein zu einer Spendenaktion für Kinder von Erbebenopfern auf. Dies bewirkte in Kobe eine emotionale Verbundenheit zu Schleswig-Holstein und mündete in eine offizielle Vereinbarung zur Zusammenarbeit, die im November 1997 von der schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin Heide Simonis und dem Gouverneur der japanischen Präfektur Hyogo Toshitami Kaihara unterzeichnet wurde. Ein in Deutschland ansässiger Repräsentant von Hyogo vertritt seither die Interessen der Präfektur.

Im Jahr 2000 reiste die Ministerpräsidentin mit einer großen Delegation von Medizinern und medizintechnischen Firmen nach Kobe, wo man an Kooperationspartnern aus Schleswig-Holstein interessiert war. Von 2000 bis 2003 besuchte Frau Simonis als Mitglied des Beratergremiums alljährlich das WHO-Zentrum für Gesundheitsentwicklung Kobe. Bei diesen Besuchen ist sie auch regelmäßig mit den Gouverneuren zusammengetroffen. Umgekehrt empfing sie die japanischen Gouverneure in Schleswig-Holstein, so im Jahr 2004 Gouverneur Toshizo Ido, aber auch einfache Bürger aus Japan.

Den Vorbereitungsarbeiten des Japan-Schwerpunktes beim Schleswig-Holstein Musik Festival 2005 widmete Frau Simonis große Aufmerksamkeit. Japanische und deutsche Aktivitäten für das Japan-Jahr in Deutschland 1999/2000 sowie das Deutschlandjahr in Japan 2005/2006 wurden von ihr unterstützend begleitet.

Die Arbeit für Kinder - von 2005 bis 2008 war Frau Simonis Vorsitzende der UNICEF Deutschland - lag ihr seit jeher am Herzen. So begrüßte sie 1994 den Umzug der Japanischen Schule Hamburg e.V. nach Halstenbek. Im November 1999 hatte man dort die Freude und Ehre, sie zu einem Besuch zu empfangen. Die Japanische Gemeinde wusste ihr Wohlwollen sehr zu schätzen.

Sehr erfolgreich verläuft die Schulpartnerschaft der Humboldt-Schule in Kiel mit der japanischen Ashiya Minami Highschool (später umbenannt in Hyogo Prefectural International Highschool) in einem Vorort von Kobe. Der erste Besuch einer sechsköpfigen Schülergruppe und eines Lehrerehepaares aus Kiel im Herbst 1998, dem ein lebhafter Austausch folgte, ist unmittelbares Resultat der Partnerschaft zwischen Schleswig-Holstein und der Präfektur Hyogo. An der Humboldt-Schule wird erfolgreich Japanisch unterrichtet.

Eine tragende Säule der japanischen Außenpolitik ist das engagierte Eintreten für die Förderung freundschaftlicher Beziehungen und des gegenseitigen Verständnisses. Nicht zuletzt durch ihren langjährigen, in vorbildlicher Weise gezeigten Einsatz auf diesem für den Weltfrieden so überaus wichtigen Betätigungsfeld erwarb sich Frau Simonis, die bereits 2006 durch die Präfektur Hyogo als Baumeisterin des Partnerschaftsabkommens mit dem "Hyogo Prefecture Award" geehrt wurde, große Verdienste.

Hamburg, den 3. November 2010

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